Während der weltweite Klimaschutz in aller Munde ist, fristet ein Thema von mindestens gleich hoher Bedeutung ein Schattendasein: die globale Wasserversorgung. Das enorme Bevölkerungswachstum und der steigende Lebensstandard in den Schwellenländern führen dazu, dass die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts darstellt. Und das bei eingeschränkter Verfügbarkeit.
Diese stark zunehmende Nachfrage ist ein idealer Nährboden für Umsatz- und Gewinnwachstum entsprechender Unternehmen. Damit avanciert Wasser zu einem interessanten Investmentthema. Stellt sich für den Anleger die Frage: wie kann ich davon profitieren? Eine Antwort gibt Bernhard Engl vom Forum Nachhaltige Geldanlagen: "Wer an der gesamten Wertschöpfungskette rund um das blaue Gold partizipieren möchte, muss zumindest ein gewisses Risiko akzeptieren. Denn die Anlagemöglichkeiten reichen von einzelnen Aktieninvestments über Aktienfonds und ETF`s bis hin zu Zertifikaten."
Die Auswahl ist im Gegensatz zu so vielen anderen Anlageklassen übersichtlich und erleichtert die Entscheidung. Aus dem Gesichtspunkt einer sinnvollen Streuung empfiehlt sich die Fondslösung, während Zertifikate oder einzelne Aktien eher für erfahrene Anleger infrage kommen. "Zertifikate und ETF`s bilden in der Regel weniger Werte ab als die klassischen Aktienfonds im Wasserbereich. Der Anleger muss also entscheiden, wie breit er diversifizieren möchte. Besonders unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsgedankens erscheint mir ein langfristiges Engagement in diesem Zukunftssektor generell als Depotbeimischung richtig", so Engl.
Allerdings ist nicht jedes Wasserinvestment automatisch eine nachhaltige Investition. Anleger müssen bei der Wahl des Produkts die jeweiligen Anlagekriterien ins Visier nehmen, um dann das geeignete zu wählen. Das Flaggschiff unter den Wasserfonds stammt von Pictet. Im Jahre 2000 wurde der Fonds als erster seiner Gattung lanciert, gefolgt von den Konkurrenten der Häuser KBC und SAM. Weitere Wasserfonds - vor allem von Schweizer Anbietern - kamen erst in jüngerer Vergangenheit auf den Markt, so dass beim Performancevergleich über fünf Jahre auf fondsweb.de auch nur die drei genannten Produkte aufgelistet werden. Und siehe da: das Urgestein weist mit 12,18 Prozent Wertzuwachs (Stand 1.2.2011) die mit deutlichem Abstand beste Rendite auf.
Innerhalb des Wasserbereichs wird den Sektoren Infrastruktur und Aufbereitung enormes Wachstums- und damit Renditepotenzial zugetraut. Allein der Zustrom in die großen Städte Chinas von einigen Millionen Menschen hat einen massiven Ausbau der Wasserinfrastruktur zur Folge. Die Erstellung von Klärwerken geht mit dieser Entwicklung einher und sorgt auf lange Sicht für volle Auftragsbücher betreffender Unternehmen. Und in den Industrienationen sorgt der Bedarf an Erneuerung und Reparatur der Wasserinfrastruktur für Großaufträge.
Zahlreiche Produktanbieter sehen nicht zuletzt aufgrund der Wachstumsprognosen einen Megatrend beim Thema Wasser. Tatsächlich spricht das begrenzte Trinkwasseraufkommen bei schier grenzenlosem Bedarf dafür, dass Wasserinvestments für Anleger attraktive Renditechancen bieten. Wer nicht völlig risikoavers in seiner Investmentstrategie ist, für den könnte es lauten: "Wasser marsch" im Depot.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen