Ausgangsgedanke
Ob mit kleinem oder großem Vermögen: Ziel aller Anleger (institutionell oder privat) ist es, eine möglichst hohe Rendite bei möglichst großer Sicherheit zu erzielen. Im Stiftungsvermögen kommt noch eine weitere Besonderheit hinzu: Um den Stiftungszweck zu erfüllen, sowie um ggf. den Stifter oder seine Familie und Nachkommen versorgen zu können, müssen regelmäßige Ausschüttungen generiert werden. Aus diesem Grunde haben Investmentgesellschaften spezielle Stiftungsfonds aufgelegt, die allerdings sehr stark in traditionellen Anlageformen verankert sind (meistens sind diese Fonds sehr anleihenlastig).
Traditionelle Anlageformen, also festverzinsliche Wertpapiere und Aktien, sind fester Bestandteil eines Portfolios. Die Renditechancen eines Vermögensportfolios steigen - bei gleichzeitig steigender Sicherheit - durch Beimischung traditioneller Anlageformen. Für diese Erkenntnis erhielt der Amerikaner Harry M. Markowitz 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.
Hinzu kommt noch eine weitere Besonderheit der derzeitigen volkswirtschaftlichen Situation. Nach wie vor sind Staatsanleihen viel zu hoch bewertet und in Zeiten in denen der Staat mit einer Schildkröte Privatanleger zum Kauf seiner Anleihen bewegen möchte, sollten gerade Stiftungen, traditionelle Kunden der Anleihen, darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre, Gewinne mitzunehmen und zum Teil umzuschichten. Die immense Staatsverschuldung, die sich wie ein roter Faden durch die Staatengemeinschaften zieht, tut ein Übriges hinzu.
Beteiligungen in Krisenzeiten
Die Beimischung von geschlossenen Fonds ist ein wichtiger Baustein für jedes Portfolio. Die nachfolgende Übersicht zeigt, in welchem Verhältnis die Werte der geschlossenen Fonds im Vergleich zu den Aktienmärkten in Zeiten großer Finanzkrisen standen.
Erst die Beimischung von alternativen Investments gegenüber Aktien und Renten führt zu einer optimalen Mischung zwischen Rendite und Risiko. Gerade bei der letzten Finanzkrise mag das Ergebnis sehr überraschen. Fairerweise muss man auch zugeben, dass es insofern auch verzerrt wird, als das die Assets vieler Geschlossenen Fonds (vom Schiff bis zur Immobilie in London) an Wert verloren haben, selbst dann wenn Ausschüttungen geleistet werden konnten.
Steuerliche und rechtliche ÜberlegungenGrundsätzlich ist Folgendes zu beachten: Unterhält die Stiftung einen Geschäftsbetrieb, gilt der ermäßigte Steuersatz von 7%. §12 Abs. 2 Nr. 8a UStG. Hingegen sind Einnahmen aus Kapitalvermögen steuerfrei. In der Satzung der Stiftung sollten Investitionsgrundsätze nicht zu eng gefasst sein, um möglichst viele Chancen wahrnehmen zu können.
Bei geschlossenen Fonds muss grundsätzlich beachtet werden, dass eine Veräußerung meistens nur über den so genannten Zweitmarkt erfolgen kann und somit keine tägliche Verfügbarkeit wie bei Investmentfonds erfolgt. Im Stiftungsvermögen ist diese geringe Liquidität eigentlich vernachlässigungswert, das der Kapitalstock über Jahrzehnte („für die Ewigkeit“) im Stiftungsvermögen verbleiben sollte.
Möglichkeiten von Beteiligungen im StiftungsvermögenWir möchten einige Beteiligungsmöglichkeiten kurz umreißen und an dieser Stelle auf defensive Möglichkeiten beschränken, die zudem eine stabile Ausschüttung versprechen. Die schon erwähnten Unsicherheiten am Anleihenmarkt mit den Szenarien von Zinssteigerungen und Inflationsängsten und gleichzeitig zum Teil immer noch sehr günstigen Einstieg bei Sachwerten lassen die Einbindung von Geschlossenen Fonds im derzeitigen Marktumfeld noch wichtiger erscheinen. Stiftungsvermögen sind in der Vergangenheit nicht durch Wirtschaftskrisen und schwachen Entwicklungen einzelner Anlageklassen vernichtet worden (mit einer entsprechenden Streuung ist dem durchaus entgegen zu wirken – sondern durch den Verfall von Währungen.
Stabile Erträge in Form von regelmäßigen Ausschüttungen stehen bei den Investments im Vordergrund. Als Klassiker kann hier der Geschlossene Immobilienfonds genannt werden. In erster Linie investieren diese Fonds in Büroimmobilien in bester Lage. Langfristige Mietverträge und bonitätsstarke Mieter sollten für einen stabilen Cash Flow sorgen. Das Angebot reicht von deutschen Immobilienfonds bis zu Angeboten in Japan oder Australien. Neben klassischen Büroimmobilien werden auch Einzelhandels-, Wohn- oder Logistik-Immobilienfonds angeboten. Immobilien-Zweitmarktfonds bieten zudem ein Portfolio von Immobilienfonds mit einer Zeichnung.
Als Beispiel eines erfolgreichen Stiftungsfonds wird immer wieder der Fonds der Yale Universität angeführt. Das Geheimnis war und ist die Beimischung konjunkturunabhängiger Assets wie Wald oder Rohstoffe (zum Beispiel Öl). Auch hier hat die Welt der Beteiligung einige Angebote. Auch der Private Equity Bereich, der bei Yale eine große Rolle spielt kann abgedeckt werden, wobei hier beachtet werden sollte, dass diese Fonds in der Regel keinen oder nur einen zu vernachlässigenden laufenden Ertrag liefern.
Selbst der volatile Schiffsbereich bietet Möglichkeiten der Investition. Im Zuge der einsetzenden Erholung von Weltwirtschaft und Welthandel mehren sich auch die Anzeichen für einen Aufschwung der Schifffahrtsmärkte. Dennoch führen nach wie vor niedrige Charterraten bei vielen ansonsten substanzstarken Schiffsgesellschaften zu Kapitalbedarf. Überbrückungskredite von Bankenseite sind aktuell schwer zu beschaffen. Viele Schiffsgesellschaften werben daher zusätzliches Kapital bei Investoren ein, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Dieses Erhöhungskapital ist mit attraktiven Konditionen ausgestattet und wird gegenüber dem ursprünglichen Eigenkapital vorrangig bedient.
Fazit:Gerade in Stiftungsvermögen erscheinen Geschlossene Fonds attraktiv. Hier sollte besonderer Wert auf eine stabile Ausschüttung gelegt werden. Eine Asset Allokation ähnlich der Stiftungsvermögen von Yale und Harvard ist zudem möglich.

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