Berlin (opm) - Die Abschaltung von Windenergieanlagen aufgrund von
Netzengpässen nimmt deutlich zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie
des Beratungsunternehmens ECOFYS im Auftrag des Bundesverbandes
WindEnergie e.V. (BWE).
Demnach sind im Jahr 2010 bis zu 150
Gigawattstunden Windstrom verloren gegangen, weil die Netzbetreiber
Anlagen abgeschaltet haben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine
Steigerung um bis zu 69 Prozent. „Das sind alarmierende Werte. Hier geht
wertvoller CO2-freier Strom verloren, nur weil der Netzausbau seit
Jahren verschleppt wird. Vor dem Hintergrund, dass 2010 ein eher
schlechtes Windjahr war, ist in den nächsten Jahren sogar noch von einer
steigenden Tendenz auszugehen“, betont der Präsident des BWE, Hermann
Albers.
Das Erneuerbare Energien Gesetz regelt, dass die
Betreiber der abgeschalteten Windenergieanlagen vom Netzbetreiber für
den Ausfall entschädigt werden. Allerdings kommt es hier zu Problemen:
„Es mehren sich die Rückmeldungen unserer Mitgliedsunternehmen, dass die
Ersatzzahlungen zum Teil sehr verzögert ausgezahlt werden. Wir haben
auch deswegen ECOFYS mit der Erhebung unabhängiger Zahlen beauftragt,
weil sich die Angaben der Bundesnetzagentur zum Einspeisemanagement
größtenteils auf die Meldungen der Netzbetreiber zu bereits
entschädigten Abschaltungen beziehen,“ so Hermann Albers.
Die
meisten Abschaltungen wurden von der E.ON Netz GmbH durchgeführt: Etwa
vier Fünftel der EinsMan-Maßnahmen fanden in ihrem Netzgebiet statt.
Daneben stiegen auch in anderen Netzgebieten die Abschaltungen und es
kamen neu betroffene Netzgebiete hinzu. In Hinblick auf die Art der
Abschaltung kommt die ECOFYS-Studie zu dem Schluss, dass zwar die
meisten Netzbetreiber nach § 11 EEG schalten, jedoch haben auch die
Abschaltungen nach §13.2 EnWG stark zugenommen. Diese werden im
Gegensatz zu den Abschaltungen nach EEG nicht entschädigt.

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