Mittwoch, 29. Februar 2012

Presseschau: Die Änderungen zur Solarstromförderung erhitzen zahlreiche Gemüter

"Bundeswirtschaftsminister Rösler und Bundesumweltminister Röttgen haben am 23. Februar 2012 eine gemeinsame Position der Bundesregierung zur Photovoltaikvergütung und zur EU-Energieeffizienzrichtlinie vorgelegt. Beide Minister erklärten, dass die Vorschläge der beschleunigten Umsetzung und dem Erfolg der Energiewende dienen. Sie sei mit großen Chancen für den Wirtschafts- und Industriestandort Deutschland verbunden. Kosteneffizienz und die richtigen ökonomischen Anreize seien dabei wesentliche Kriterien für ihren Erfolg und für ihre Akzeptanz. Diese Kriterien würden mit ihren Vorschlägen erfüllt", heißt es in der Pressemeldung des Umweltministeriums.

Aus dem Ergebnispapier des Bundesumweltministeriums sowie des Bundeswirtschaftsministeriums gehen unter anderem folgende Änderungen hervor:

- zusätzliche Einmalabsenkung für alle Anlagentypen zum 9. März 2012
- Ab 1. Mai 2012 Verstetigung der Degression durch eine monatliche Absenkung der Vergütungssätze
- Für alle Neuanlagen Einführung eines Marktintegrationsmodells im EEG (Begrenzung der vergütungsfähigen Strommenge auf 85 beziehungsweise 90 Prozent)
- Verordnungsermächtigung zur kurzfristigen Nachsteuerung der Vergütung bei Über- oder Unterschreitung des Zubaukorridors; kontinuierliche Absenkung des jährlichen Zubaukorridors ab 2014

Ob die einzelnen Unternehmen und Publikationen von den Vorschlägen auch so begeistert sind, haben wir in einer Presseschau für Sie zusammengestellt:

DGS Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.
vom 23. Februar 2012:

Die Situation ist im höchsten Maße absurd. Ein Umweltminister und ein Wirtschaftsminister sind drauf und dran gemeinsam einen Wirtschaftssektor abzuschaffen, der nachhaltig umweltfreundliche Arbeitsplätze schafft. In voller Fahrt möchte man, aus kurzfristigen Überlegungen heraus, auf die Bremse treten und nimmt damit billigend in Kauf den Energiewendemotor zum Stillstand zu bringen.
Der Vorschlag von BMU und BMWi würde die Branche vernichten und zahlreichen kleinen wie großen Unternehmen - davon vielen Pionieren, die sich bereits seit mehr als zehn Jahren für die Energiewende einsetzen - die Geschäftsgrundlage vollständig entziehen. Dass dieser Plan hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde und ganz kurzfristig umgesetzt werden soll, kennen wir von dieser Bundesregierung aus anderen Energiethemen ja leider bereits.
Die DGS lehnt die geplante EEG-Vergütungsabsenkung konsequent ab. Dagegen sieht die DGS den Aufbau der dezentralen EE-Stromerzeugerstruktur mit hohen Solarstromanteilen (ca. 30 Prozent) als zielführend zum Aufbau einer zukunftssicheren sowie kosteneffizienten Energieversorgung an.

S.A.G. Solarstrom AG
vom 23. Februar 2012

Die S.A.G. Solarstrom AG greift die von der Bundesregierung vorgelegten Pläne zur drastischen Kürzung der Einspeisevergütung bereits zum 1. April scharf an. Mit den geplanten Kürzungen jedoch würgt die Bundesregierung den deutschen Markt, der als viel beachtetes, weltweites Vorbild für regenerative Stromerzeugung gilt, komplett ab. Sie gefährdet damit die beschlossene Energiewende und Arbeitsplätze in Deutschland. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Vorteile einer dezentralen, netzstabilisierenden Technologie so unbedacht ignoriert werden und stattdessen zentrale Modelle der großen Energieversorger favorisiert werden.
Diese kurzfristigen, drastischen Kürzungen bremsen die bislang sehr positive Entwicklung der Photovoltaik aus.

Wirtschaftswoche
vom 25. Februar 2012:

Das neue Regelwerk, das Bundesumweltminister Norbert Röttgen und sein Wirtschaftskollege Philipp Rösler vereinbart haben, bricht mit der bisherigen Hilfe für erneuerbare Energien. Künftig darf die Regierung per Verordnung - also ohne langwierige Gesetzgebung - in den Ausbau der Photovoltaik eingreifen. Schon bald könnte sie dieses neue Instrument erstmals einsetzen.
In einem zweiten Traditionsbruch rücken die Minister der Praxis zu Leibe, nach der Netzbetreiber den gesamten aus erneuerbaren Quellen erzeugten Strom zum festgelegten Fördersatz kaufen müssen. Dieser sogenannte Einspeisevorrang wird nun für Solarstrom eingeschränkt.
vom 27. Februar 2012:
Eine Kürzung der Vergütungssätze um 20 Prozent und mehr hört sich dramatisch an, relativiert sich jedoch angesichts der seit Jahren rasant sinkenden Preise für Solaranlagen. Die einst üppigen Renditen für die Betreiber von Solaranlagen werden zwar beschnitten; sie bleiben aber so hoch, dass sich Anlagen weiterhin lohnen.

Die Welt online
vom 23. Februar 2012:

Endlich ziehen die Bundesminister für Umwelt und Wirtschaft bei der Energiewende wieder an einem Strang. Was Norbert Röttgen und Philipp Rösler in Bezug auf die Kürzung der Solarbeihilfen nun als gemeinsamen Plan verkündet haben, ist zwar immer noch unbefriedigend, geht aber zum ersten Mal seit Einführung dieses haarsträubenden Subventionstatbestandes zumindest in die richtige Richtung. Unbefriedigend ist die nun beschlossene Absenkung der Solarbeihilfen, weil sie ihrer Höhe nach zu gering ausfällt. Im Grunde sind die ohnehin geplanten Kürzungen in der Förderung von Dachanlagen nur vorgezogen worden - und fallen unter dem Strich sogar geringer aus, als es unter dem bisherigen Beihilfe-System der Fall gewesen wäre. Die Installation kleiner Dachanlagen wird weiterhin finanziell attraktiv bleiben.

ECOreporter.de
vom 23. Februar 2012:

Nicht mit der Schere, auch nicht mit der Axt, sondern gleich mit der Motorsäge rückt die Bundesregierung der deutschen Solarbranche zu Leibe.
Es kommt alles noch schlimmer! Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler und Bundesumweltminister Norbert Röttgen haben heute Mittag ihre Pläne für Kappungen bei der Solarstromvergütung der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie übertreffen die Befürchtungen deutlich.
Den Ministern zufolge soll die starke und weit vorgezogene Absenkung der Solarstromtarife für Neuanlagen bereits zum 9. März erfolgen und nicht zum 1. April, wie zunächst angenommen wurde. Nun bleibt der Solarbranche noch weniger Zeit, sich darauf einzustellen.
Immerhin hat sich Rösler nicht mit seinem Vorhaben durchgesetzt, den jährlichen Photovoltaik-Zubau auf 1.000 Megawatt zu bregrenzen. Ein so genannter fester Deckel wird nicht eingeführt.

Handelsblatt
vom 23. Februar 2012:

Für mehr Energieeffizienz will sich die Bundesregierung für konkrete Zielvorgaben einsetzen, die aber flexibel erreicht werden können.
Jahrelang haben die Solarfirmen von der staatlichen Förderung der Erneuerbaren Energien besonders profitiert, nun fürchten sie um Arbeitsplätze und die Technologieführerschaft.

Das Vorhaben sorgt für heftige Kritik - unter anderem nicht nur bei zahlreichen Firmen, sondern auch bei der Opposition, den ostdeutschen Solarländern und dem Bundesverband Solarwirtschaft. Heute soll das Kabinett erstmals beraten, in der kommenden Woche erfolgen weitere Beratungen in der Fraktion sowie die erste Lesung im Bundestag. Am 26. März soll eine öffentliche Anhörung erfolgen, der Beschluss des Bundestages soll nach jetzigem Stand am 30. März folgen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Webseite www.beteiligungsreport.de

Nachhaltige Gebäude: Optimierung der Lebenszykluykosten gewinnt an Bedeutung

Bei der Bedeutung der Nachhaltigkeit von Gebäuden müssen Investoren offensichtlich weiterhin mit Unschärfen leben.

Eindeutige Beurteilungskriterien für nachhaltige Gebäude meinen gerade einmal 20 Prozent der europäischen Immobilienprofis in ihren Ländern vorzufinden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Folgestudie von Union Investment, für die 167 Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritanien repräsentativ befragt wurden.

Stark verändert hat sich das Ranking der wichtigsten Kennzahlen. Hinter dem Primärenergieverbrauch, den 83 Prozent der Umfrageteilnehmer als "besonders wichtige Kennzahl" einschätzen, folgt auf Platz zwei die Erfassung der Lebenszykluskosten. Dieser Kennzahl messen 67 Prozent der Investoren eine besonders hohe Bedeutung bei.

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Dienstag, 28. Februar 2012

HSH Nordbank finanziert fünf Windparks in Deutschland

Die HSH Nordbank begleitet fünf Windparks in Deutschland mit einer Portfoliofinanzierung in Höhe von 32 Millionen Euro.

Die fünf Parks wurden zwischen 2004 und 2009 mit Anlagen des norddeutschen Turbinenherstellers Enercon in Hessen und Niedersachsen errichtet und über verschiedene Banken finanziert. Die HSH Nordbank übernimmt mit der Bündelung des Portfolios die gesamte Finanzierung dieser rentablen Anlagen. Die 38 Windkraftanlagen verfügen über eine Stromerzeugungskapazität von insgesamt 72,4 Megawatt.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Stromversorger erhöhen die Preise

Zum 1. März erhöhen 91 Versorger ihre Preise für Haushaltsstrom, zum 1. April weitere 62. Bereits in den Vormonaten hatten über 200 Grundversorger Preissteigerungen verkündet, so das Stromvergleichsportal Verivox.

Im Durchschnitt nehmen die Preise um rund 3,4 Prozent zu. Einigen Versorgern dient der Ausbau der Erneuerbaren Energien als Begründung für die Erhöhung, obwohl die EEG-Umlage im Vergleich zu 2011 nur um 0,06 Cent je Kilowattstunde gestiegen ist.

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Solarförderung wird weiter gekürzt

Landshut (ops) - Nach einem monatelangen Streit zwischen Bundesumwelt- und Wirtschaftsministerium um die Kürzung der Zulagen für Solaranlagen, gibt es nun eine Einigung.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) wollen sich heute auf einer Pressekonferenz dazu äußern. Nach Angaben aus Regierungs- und Branchenkreisen seien Einschnitte geplant, die bei Freiflächenanlagen mehr als 30 Prozent betragen, berichtete das Handelsblatt. Zusätzlich werde die Kürzung von 15 Prozent, die für den 1. Juli vorgesehen war, bereits auf den 1. April vorgezogen und erhöht werden. Die Gesamtkürzung bei Anlagen auf Hausdächern werde 20 Prozent betragen.

Quelle: n-tv vom 22. Februar 2012

Freitag, 17. Februar 2012

Landshuter Umweltmesse 2012

Viele Umweltmessen kommen und verschwinden ebenso schnell von der Bildfläche. Nach wie vor gestaltet es sich schwierig, die Umwelt und ihren Schutz zu fördern und ihre Produkte populärer zu machen.

Eine besondere Herausforderung ist es, für ein zahlreiches Publikum auszustellen, das sich nicht nur dafür interessiert, sondern sich der Produkte annimmt und sie letztendlich auch erwirbt. Wenn die Umweltmesse überdies das Verbraucherverhalten des Besuchers durch intelligente Fachvorträge maßgeblich zu mehr umweltbewusstem Einkauf beeinflussen kann, ist ein übergeordnetes Ziel einer derartigen Veranstaltung erreicht.

Die diesjährige Landshuter Umweltmesse findet von 22. März bis 25. März auf dem Messegelände Landshut statt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.la-umwelt.de

S.A.G. Solarstrom AG erweitert Kraftwerksportfolio um rund ein Megawatt Peak

Die S.A.G. Solarstrom AG hat rückwirkend zum 31. Dezember 2011 das eigene Kraftwerksportfolio um rund ein Megawatt Peak (MWp) erweitert.

Die Unternehmergruppe hat in eine 919 Kilowatt-Peak-Dachanlage auf dem Dach eines Logistikdienstleisters in Dortmund investiert. Die Anlage produziert jährlich rund 920.000 Kilowattstunden und kann damit 200 Vier-Personen-Haushalte versorgen.

650 Tonnen Co2 werden darüber hinaus durch die Produktion umweltfreundlichen Stroms eingespart. Der eigene Anlagenbestand umfasst jetzt 88 Anlagen im In- und Ausland mit einer Gesamtleistung von rund 26,1 Megawatt Peak.

Donnerstag, 16. Februar 2012

GLS Bank: Sozial-ökologische Universalbank wächst weiter

Bochum (opm) - Die GLS Bank ist weiterhin auf einem erfolgreichen Kurs und kann sich über steigende Mitglieder- und Kundenzahlen sowie eine kontinuierlich wachsende Bilanzsumme freuen. Allein in 2011 konnten 25.000 neue Kunden gewonnen und die Finanzierung von rund 17.500 sozial-ökologischen Projekten mit einem Volumen von knapp 500 Millionen Euro umgesetzt werden.

Die Bilanzsumme der sozial-ökologischen Universalbank betrug zum Jahresabschluss 2,26 Milliarden Euro und schließt mit einem Plus von 22,5 Prozent an die erfolgreichen vergangenen Jahre an. Derzeit zählt sie über 116.000 Kunden, ein Zuwachs von knapp 27,5 Prozent. Die Kundeneinlagen wuchsen um 22,9 Prozent auf 1,97 Milliarden Euro. "Wir konnten durch diese angelegten Gelder Kredite an 17.500 sinn-stiftende Unternehmen und Projekte in den Bereichen Ökologie, Soziales und Wohnen vergeben", so Finanzvorstand Andreas Neukirch.

Auch das Programm "Mikrokredite" übertraf bei weitem alle Erwartungen und verfügt nach zwei Jahren Laufzeit über eine erfreuliche Bilanz: 6.600 Kredite wurden seit Beginn des Programms Anfang 2010 vergeben, deutlich mehr als ursprünglich geplant.

Produktreihe Deka-Nachhaltigkeit gestartet

Frankfurt am Main (opm) - Die DekaBank hat ihre neue Produktreihe Deka-Nachhaltigkeit gestartet, mit der Anleger in ein Aktien-, Renten- oder gemischtes Fondsportfolio investieren können, das jeweils den besonderen Kriterien einer nachhaltigen Gelanlage entspricht.

"Auf eine angemessene Rendite will und muss dabei niemand verzichten, denn nachhaltiges Wirtschaften und Rendite sind kein Widerspruch", so Dirk Degenhardt, Leiter Produktmanagement beim zentralen Asset Manager der Sparkassen-Finanzgruppe. Bei der Auswahl der Wertpapiere für die neuen Fonds arbeitet die DekaBank mit dem Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug), das sich auf sozial-ökologische Unternehmensanalysen spezialisiert hat, und dem Ethical Investment Research Service (EIRIS), der weltweit ältesten und renommierten Researchagentur für ethische Investments, zusammen.

"Erneuerbare Energien - Premium": 500 Millionen Euro Förderkredite

Berlin (opm) - Die KfW Bankengruppe und das Bundesumweltministerium (BMU) haben für weitere fünf Jahre die gemeinsame Förderung von Investitionen zur Wärmeversorgung durch Erneuerbare Energien vereinbart.
Gefördert werden große Solarkollektoren, Wärmespeicher, Wärmenetze, Biogasaufbereitungsanlagen, Biomassenanlagen und Tiefengeothermie über das KfW-Programm "Erneuerbare Energien - Premium". Dieses Programm ist Teil des Marktanreizprogramms des Bundesumweltministeriums; hier werden größere, meist gewerbliche Anlagen gefördert. Im Jahr 2011 wurden Förderkredite in Höhe von rund 500 Millionen Euro (Vorjahr: 340 Millionen Euro) ausgegeben.

Das Programm Erneuerbare Energien wurde vor über zehn Jahren gemeinsam mit dem Bund gestartet. Seit Programmbeginn konnten Förderkredite in Höhe von über zwei Milliarden Euro ausgereicht und über 10.000 Maßnahmen gefördert werden.

Windkraft: Weltweit 42 GW an neuer Kapazität

Bonn (opm) - Der Weltmarkt für Windenergieanlagen hat sich erholt und einen neuen Rekord gesetzt: Im letzten Jahr wurden weltweit 42 GW (2010: 37,6 GW) neu installiert, die Gesamtkapazität beläuft sich auf 239 GW.
Damit könnten drei Prozent des weltweiten Strombedarfs laut den vorläufigen Daten, die von der World Wind Energy Association (WWEA) gesammelt und veröffentlicht wurden, gedeckt werden. Eine ähnlich starke Position wie im Vorjahr erreichte China  mit rund 18 GW an neuen Windkraftanlagen und einer Gesamtkapazität von 63 GW - mehr als ein Viertel der globalen Windenergie-Kapazität. Der zweitgrößte Markt für neue Windenergieanlagen war die USA mit 6,8 GW, gefolgt von Indien (2,7 GW), Deutschland (2 GW) und Kanada mit 1,3 GW. Spanien, Frankreich und Italien folgen mit jeweils rund 1 GW.

Quelle: WWEA World Wind Energy Association vom 07. Februar 2012